Herzmuskelentzündung (Myokarditis)

  • Autor:  Prof. Dr. Haverkamp und Team
  • Geprüft: Dr. N. Schmidt
  • Überarbeitet: 19.04.2013
  • Artikel: 08.03.2011
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Spezialistenfrage zum Thema Herzmuskelentzündung (Myokarditis) an Prof. Dr. Haverkamp und Team

Die Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskels, die zu einer Abnahme der Pumpfunktion des Herzens führen kann.

In etwa der Hälfte der Fälle sind Viren ursächlich für eine Herzmuskelentzündung. Häufig findet man vor der Erkrankung Symptome viraler Infekte (z.B. verlängerte Grippe, grippaler Infekt, Magen-Darm-Infekt oder viraler Infekt der oberen Atemwege).

Die Beschwerden der Myokarditis variieren stark und reichen vom komplett beschwerdearmen Bild bis hin zur schweren Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Brustschmerz (Angina-pectoris-Beschwerden) oder Herzrhythmusstörungen. Auch der Verlauf der Erkrankung zeigt sich sehr variabel und ist oft nicht vorherzusehen. Auf dem Boden einer Myokarditis kann sich beispielsweise eine chronisch fortschreitende infektiöse Herzmuskelschwäche mit Herzvergrößerung entwickeln. Die Übergänge zwischen akuter und chronischer Erkrankung sind dabei fließend.

Die Diagnose der Myokarditis ist aufgrund der unspezifischen Beschwerden komplex. Zeigt der Patient klinische Zeichen einer akuten Herzschwäche, werden zunächst andere Ursachen der akuten Herzschwäche ausgeschlossen. Ist dies geschehen, lässt sich der Verdacht mittels MRT (Kernspin-Tomografie) erhärten. Eine definitive Sicherung der Diagnose gelingt oft nur durch Entnahme und Untersuchung einer Probe aus dem Herzmuskelgewebe (Myokardbiopsie).

Die Behandlung der Myokarditis richtet sich vor allem nach dem Beschwerdebild. Dem Patienten wird empfohlen, sich körperlich zu schonen. Zeigt er darüber hinaus Beschwerden einer Herzschwäche, kann durch zusätzliche Einnahme von Medikamenten versucht werden, die Beschwerden zu lindern.

In mehr als der Hälfte der Fälle (60–70%) heilt die Myokarditis wieder vollständig ab. Bei 20% der Patienten entwickelt sich jedoch eine zunehmende und chronische Herzschwäche mit hochgradig eingeschränkter Pumpfunktion.

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