Die colitis ulcerosa verläuft meist schubweise mit beschwerdefreien Intervallen zwischen den Erkrankungsschüben, man spricht dann von einem chronisch-rezidivierenden Verlauf. Seltener ist ein kontinuierlicher Krankheitsverlauf, bei dem Patienten durchgehend unter Beschwerden leiden. Noch seltener kommt es zu sehr schweren, fulminanten Verläufen, die mitunter zu lebensbedrohlichen Zuständen führen.
Die Prognose der Erkrankung hängt im Wesentlichen davon ab, wie ausgedehnt der Befall des Dickdarms ist. Sind nur der Enddarm und das letzte s-förmige Stück des Darms (Sigma) befallen, haben Betroffene in der Regel eine normale Lebenserwartung. Breiten sich die Entzündungen aber auf weite Teile oder gar den gesamten Dickdarm aus, besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Patienten sollten daher unbedingt in regelmäßigen Abständen an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen und Darmspiegelungen mit Entnahmen von Gewebeproben zur Kontrolle durchführen lassen. Eine dauerhafte Therapie mit 5-Amino-Salicylaten kann nicht nur die Häufigkeit der Erkrankungsschübe, sondern auch das Darmkrebsrisiko deutlich senken.
Finden sich bei Kontrolluntersuchungen veränderte Schleimhautanteile oder Krebsvorstufen, sollte der komplette Dickdarm operativ entfernt werden, da das Risiko für eine Krebserkrankung dann besonders hoch ist. Nach dieser Operation sind Patienten dauerhaft von ihrer Erkrankung geheilt. Bei einer colitis ulcerosa besteht nämlich, im Gegensatz zum M. crohn, nicht die Gefahr, dass die Erkrankung in anderen Teilen des Verdauungstrakts erneut auftritt. Insgesamt unterzieht sich ungefähr ein Viertel aller colitis-ulcerosa-Patienten im Laufe ihres Lebens diesem Eingriff, weil die medikamentöse Therapie nicht mehr ausreicht, die Erkrankungsschübe immer schwerer werden oder häufiger auftreten oder es zu Komplikationen, wie Blutungen oder der Entstehung von Krebsvorstufen kommt.
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